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Glossar

Die Gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist das größte System der sozialen Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland. Ihren Mitgliedern sichert sie eine Versorgung im Alter. In welchem Umfang diese Versorgung geleistet werden kann, hängt davon ab, wie hoch die Beiträge waren, die ein Mitglied im Laufe seines Arbeitslebens in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat oder die aufgrund von rentenrechtlichen Bestimmungen während dieser Zeit von den dafür zuständigen Stellen eingezahlt wurden. Dabei ist die gesetzliche Rentenversicherung kein Sparsystem, in dem der Einzelne seine Rentenbeiträge verzinst anlegt. Die finanziellen Aufwendungen für die laufenden Renten werden immer von den Beitragszahlern erbracht. Denn die Deutsche Rentenversicherung, deren Wurzeln auf Reformideen des Reichskanzlers Otto von Bismarck zurückgehen, ist ein Umlagesystem.

Die Versicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung

Das Gros der Versicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung ist pflichtversichert. Unter bestimmten Umständen gibt es auch freiwillig Versicherte im gesetzlichen System der Alterssicherung. In der Regel begründet jedoch erst eine Pflichtmitgliedschaft das Recht, später freiwillig versichert zu bleiben, wenn die rechtlichen Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind. Der Kreis der Versicherten umfasst alle Personen, die in einem Arbeitsverhältnis mit Sozialversicherungspflicht beschäftigt oder Auszubildende sind. Ausgenommen sind Beamte, die im Alter vom Staat alimentiert werden. Zu den Versicherten gehören unter anderem auch Wehrdienstleistende, bestimmte Gruppen von Selbstständigen, wie etwa Hebammen, Handwerksmeister oder Publizisten, Behinderte in Werkstätten und andere Personengruppen.

Die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung

Renten zu zahlen gehört zu den wichtigsten Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Neben den Regelaltersrenten, die beim Erreichen der Regelaltersgrenze gezahlt werden, sind das auch Frührenten für Menschen, die langjährig oder besonders langjährig versichert sind, Renten für Schwerbehinderte oder Menschen, die erwerbsunfähig sind und Renten an Hinterbliebene. Als eine zentrale Aufgabe betrachtet das gesetzliche Alterssicherungssystem die Rehabilitation ihrer Versicherten, die sich noch im Arbeitsprozess befinden. Ihnen soll durch besondere Maßnahmen dabei geholfen werden, ihre Erwerbsfähigkeit zu behalten oder sie nach Krankheit wieder herzustellen. Das gesetzliche Rentenalter steigt derzeit in Jahresschritten auf das 67. Lebensjahr. Die Maßnahme, bei der erstmalig der Geburtsjahrgang 1964 bis zum vollendeten 67. Lebensjahr arbeiten muss, soll die Finanzierung der Renten und der sonstigen Leistungen auch in Zukunft auf eine sichere Basis stellen.

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Die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung

Wegen des Umlageverfahrens, das auch Solidarprinzip oder Generationenvertrag genannt wird, finanziert sich das Alterssicherungssystem in Deutschland vorwiegend aus den laufenden Beiträgen der Versicherten. Dabei teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die monatlichen Aufwendungen von derzeit 18,7 Prozent Beitragssatz bis zur Beitragsbemessungsgrenze paritätisch. Das bedeutet, dass beide Parteien den halben Satz des gesetzlich festgelegten Beitrags zahlen und zwar bis zu einer ebenfalls gesetzlich fixierten Einkommensgrenze. Arbeitslose in Arbeitslosengeld I bekommen Beiträge von der Bundesagentur für Arbeit, Pflegepersonen, die nahe Angehörige oder Bekannte versorgen, werden von der gesetzlichen Pflegekasse des Pflegebedürftigen finanziert. Andere Versicherte, die für eine Zeit selbst nicht im Prozess der Arbeit stehen, wie Kranke oder Mütter und Väter in Elternzeit, erhalten Beitragsleistungen von dem für sie zuständigen System. Mit dem Bundeszuschuss aus dem Steuereinkommen beteiligt sich auch der deutsche Staat an der Finanzierung seines gesetzlichen Systems zur Alterssicherung. Außerdem weist die gesetzliche Rentenversicherung in ihren jährlichen Berichten sonstige Einnahmen aus.