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Glossar

Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK)

Der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) hat die Aufgabe, die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen hinsichtlich allgemeiner Grundsatzfragen zu beraten. Darüber hinaus führt er Einzelfallbegutachtungen durch. Die Leistungen des MDK verfolgen den Zweck, das Funktionieren der Solidargemeinschaft der gesetzlich Versicherten sicherzustellen. Die genauen Aufgaben des Medizinischen Dienstes sind in § 275 SGB V beschrieben. Im Einzelnen gehören Stellungnahmen und Begutachtungen bei Fragen zur Arbeitsunfähigkeit sowie zur Notwendigkeit, Art und Umfang von Rehabilitationsmaßnahmen zu den Leistungen des MDK. Außerdem berät er die Krankenkassen hinsichtlich der Notwendigkeit und der Dauer von Behandlungen im Krankenhaus und im Bereich der häuslichen Krankenpflege.

Mit seinen Leistungen will der MDK die qualitative Weiterentwicklung der gesundheitlichen Versorgung unterstützen und die Entscheidungen der gesetzlichen Krankenkassen aus sozialmedizinischer Sicht begründen.

Ob eine Leistung tatsächlich erbracht wird, wird stets von der jeweiligen Kranken- oder Pflegekasse entschieden. Als Gutachter greifen die Mitarbeiter des MDK also nicht direkt in die ärztliche Behandlung ein. Des Weiteren berät der MDK die gesetzlichen Kassen zu grundsätzlichen Fragen der Gesundheitsversorgung und unterstützt sie bei der Gestaltung von Versorgungs- und Leistungsstrukturen.

Für die gesetzlichen Pflegeversicherungen prüft der MDK mittels eines Einzelfallgutachtens, ob ein Versicherter pflegebedürftig ist. Außerdem berät er die Kassen hinsichtlich allgemeiner Fragen zur pflegerischen Versorgung. Des Weiteren überprüft der MDK im Auftrag der gesetzlichen Pflegeversicherung, ob Pflegeeinrichtungen die gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsstandards erfüllen. Eine weitere Aufgabe des MDK besteht darin, zusammen mit den Pflegeversicherungen das bestehende Pflegeangebot zu gestalten und weiter auszubauen.

Als Gemeinschaftseinrichtung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen ist der MDK in jedem Bundesland in Form einer Arbeitsgemeinschaft eigenständig organisiert. Die gesetzliche Krankenversicherung ist der Träger des Medizinischen Dienstes. Der MDK steht unter der Aufsicht des jeweiligen Landessozialministeriums. In den ostdeutschen Bundesländern hat der MDK die Rechtsform eines eingetragenen Vereins. In den westlichen Bundesländern ist er eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Zu den Mitarbeitern des Medizinischen Dienstes zählen in erster Linie Ärzte und Pflegefachkräfte. Während die Ärzte vor allem Begutachtungs- und Beratungsaufgaben wahrnehmen, prüfen die Pflegefachkräfte die Qualität von Pflegeeinrichtungen und stellen Gutachten zur Pflegebedürftigkeit von Versicherten aus.

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Die Mittel, die zur Finanzierung des MDK erforderlich sind, werden von den Trägerverbänden der einzelnen Bundesländer durch eine Umlage aufgebracht. Da der Medizinische Dienst Aufgaben sowohl für Kranken- als auch für Pflegeversicherung erbringt, übernehmen die Kranken- und Pflegekassen die Umlage zu jeweils 50 Prozent. Der genaue Umlagebetrag der einzelnen Kassen hängt davon ab, wie viele Mitglieder die jeweilige Krankenkasse hat.