zurück
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...

Glossar

Pflegebedürftigkeit

Der Begriff Pflegebedürftigkeit ist nach dem gesetzlichen Regelwerk der Pflegeversicherung §§ 14 und 15 SGB XI festgelegt. Demnach sind alle Personen, die aufgrund von Behinderungen oder Krankheiten (geistig, körperlich, seelisch) dauerhaft wiederkehrende Tätigkeiten im Alltag wie die Aufnahme von Nahrung, hauswirtschaftliche Versorgung, Körperpflege usw. für voraussichtlich mindestens 6 Monate nicht mehr selbstständig verrichten können, pflegebedürftig. In Folge erhält die hilfsbedürftige Person Unterstützung von einer Pflegeperson, deren Aufgabe es ist, beaufsichtigend und unterstützend (teilweise, vollständig), pflegebedürftige durch den Alltag zu begleiten.

Behinderungen, Krankheiten und Pflegestufen

Neben Behinderungen wie Lähmungen oder Funktionsstörungen am Bewegungs- und Stützapparat gelten auch Erkrankungen wie Neurosen, geistige Behinderungen sowie Menschen mit Psychosen als pflegebedürftig. Mit eingeschlossen sind zudem Sinnesorgane und innere Organe. Der Hilfsbedarf bzw. die Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung wird durch Pflegestufen geregelt.

Pflegestufe 1 beinhaltet Personen, deren Einschränkung lediglich eine einmalige Hilfe pro Tag sowie zwei Verrichtungen in Bezug auf Ernährung, hauswirtschaftliche Betreuung oder Körperpflege erfordert. Der tägliche Zeitaufwand der beanspruchten Hilfestellung muss mindestens 90 Minuten betragen (45 Minuten Grundpflege).

Pflegestufe 2 unterscheidet sich zur Stufe 1 lediglich im Umfang des Zeitaufwandes wie die dreimalige Hilfe pro Tag mit einem Tagesdurchschnitt von drei Stunden (2 Stunden Grundpflege) und tritt in der Regel bei Schwerpflegebedürftigen in Kraft.

Pflegestufe 3 sind Personen, die einen hohen und 24 stündigen Pflegeaufwand mit einem Tagesdurchschnitt von mindestens 5 Stunden (4 Stunden Grundpflege) bedürfen. Mit weiteren Pflegestufen werden entweder schwere Härtefälle (3H) oder Pflegefälle mit Hilfsbedarf unter den gesetzlichen Voraussetzungen (0) bezeichnet.

Infobroschüre anfordern

Die neue Beurteilung der Pflegestufen

Der Koalitionsvertrag vom November 2013 sieht eine neue Beurteilung der Pflegestufen vor. So besteht für Personen mit Erkrankungen wie Demenz Handlungsbedarf. Ein neues Begutachtungsverfahren soll klären, inwiefern eine neue Definition umsetzbar ist.